Ausstellung im Galerie Café Espelkamp im Jahre 1998, Thema:
"Suchen zu finden"

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Liebe Homepagebesucher, nachstehender Text zur Einführung in die Ausstellung lag in den Räumen des Galerie-Cafés aus und stand allen Besuchern zur Verfügung:

Sehr geehrte Damen und Herren,

gern will ich Sie einführen in das Thema, welches zu den hier ausgestellten Arbeiten führte, wobei ich eine Erklärung im Einzelnen nicht vornehmen kann, da die Bearbeitung und Fertigstellung der Werke einem inneren Antrieb folgt. Ich kenne das Thema, das mich antreibt, meine Kunst zu machen, aber ich kenne nicht das Endprodukt des Werkes. Es entsteht intuitiv - ohne bewußt Einfluß zu nehmen - wie in Trance. Das führt dazu, daß ich über die fertigen Werke selbst noch sehr lange nachdenke, oft vor ihnen sitze und sie auf mich wirken lasse. Jedes einzelne Werk ist ein Stück meines ICH´s. Es kommt von ganz innen - wie eine Geburt. Ich gebe etwas von mir preis - aus meinem tiefsten Inneren, aus dem Unterbewußtsein. Es ist meine Art, die auf mich einstürzenden Gefühle zu verarbeiten und Erlebtes weiterzugeben. Ich bin sicher, daß die Kunst ihre Wirkung auf einen aufmerksamen Betrachter nicht verfehlen wird.

Kunst ist meine ständige Auflehnung, meine Suche nach einer Utopie. Sie ist ein immerwährender Kampf gegen mich selbst. Sie ist meine Botschaft an einen unbekannten Adressaten der Zukunft, aus der Endphase einer gnadenlosen Gegenwart, deren Teil ich bin. Sie ist meine Anklage an das Jetzt, mein geistiger Widerstand, aber auch meine Kapitulation und Hoffnung.

Ein Großteil meiner Kunst ist politisch, gesellschaftspolitisch. Aber sie ist auch ein ständiges SUCHEN zu FINDEN. Sie sucht nach dem Sinn des Lebens. Sie sucht danach, woher ich komme und wohin ich gehe. Meine Kunst sieht die Dinge, die ich male, nicht mit den Augen, sondern mit dem Herzen. Die Bilder, die sie sehen, sind für mich weit weg und doch sehr nahe. SUCHEN zu FINDEN von Geborgenheit, SUCHEN zu FINDEN von Liebe, der Menschen, die ich sehe, spiegeln sich darin wieder. Aber auch die Seele der Natur findet in den Bildern, auch in meinen Gedichten, ihren Ausdruck, auch Angst und Mut, Hoffnung und Verzweiflung, Freude, Trauer und Wut. Meine hier ausgestellten Bilder sind Begegnungen der Seele mit der Utopie der Hoffnung und des Vergehens, mit der Utopie, nichts vollständig erklären zu können, sondern immer zu SUCHEN, um zu FINDEN, was doch nur Stückwerk bleibt. Meine Werke sind auch Spuren, die ich versuche, zu hinterlassen. Sie sind ein Teil meines Lebens; sind Luft, die ich zum Atmen brauche. Ein Gedicht von mir zum gleichen Thema (vom 28.01.1996) gibt einen Teil der Gedanken wieder, die diese Bilder entstehen ließen:

SUCHEN zu FINDEN

Wenngleich wir Wagnisse wollen
Die Seele im Zelt zu Hause lassen
Suchen wir immer das Gleiche
SUCHEN zu FINDEN

Uns selbst
Verloren geboren
Im Traum der Zeit dahingehen
Weinend am Wege stehen
Fragen haben

Stille suchen
Schreiend weglaufen, zur Heimat empor
Das Seil einziehen
Mit Blumen werfen
Lachend sich selbst besiegen
Erstarken am eigenen ich

Kein Feind ist mächtig genug
Dich zu schlagen
Du suchtest und fandest

***

Die Ausstellung umfaßte insgesamt 28 Arbeiten, in der Regel mit Kohle, Lack, Aquarell und Tusche auf Aquarellpappe. Die Vier obigen Bilder waren Gegenstand dieser Ausstellung. Wollen Sie nähere Informationen zu diesen Bildern, dann klicken Sie sie an.

Wie so oft, hörte ich auch diesmal von einigen Besuchern: "Viel zu teuer, das kann ich auch." Ich antwortete jedesmal: "Mach doch!" Um aber die Menschen in dieser Ausstellung einmal aufzuklären, was Kunst kosten muß, machte ich zu dieser Ausstellung eine Anlage:

Was kostet Kunst - was darf sie kosten?

Um Ihnen einen Überblick über die Kosten von Kunstwerken zu verschaffen, will ich Ihnen die Kosten für diese Ausstellung aufgeben. Es fielen an:

Papier und Farbe = 86,90 DM
Passepartouts = 924,00 DM
Rahmung = 728,10 DM
Einladungskarten = 830,00 DM
Porto = 214,80 DM
Bewirtung = 424,00 DM
sonstige Druckkosten und Kopien = 98,20 DM
Kleinmaterial und Werkzeuge = 212,80 DM
Versicherung = 300,00 DM
Fahrtkosten = 148,00 DM
Telefon- und Faxkosten und zur Rundung = 81,20 DM
Dieses macht insgesamt einen Betrag von 4.048,00 DM aus.
Arbeitsaufwand *)196 Stunden * 87,00 DM = 17.052,00 DM
Gesamtkosten der Ausstellung und der Ware Kunst = 21.100,00 DM

*) Rechne ich meinen Zeitaufwand für die Entstehung der Bilder und für die Vorbereitung der Ausstellung hinzu, und rechne ich für die 196 Stunden, die ich insgesamt aufgewandt habe, einen allgemein üblichen Handwerkerstundensatz von 75,00 DM, zzgl. 16 % USt. = 12,00 DM, hinzu, komme ich auf einen anrechenbaren Arbeitslohn von 87,00 DM Stunde.

Um einen Teil der Allgemeinkosten abzudecken, habe ich 20 handbearbeitete Sonderdrucke, alles signierte Unikate, erstellt, mit Zugabe von 6 Kunstkarten und 3 signierten Gedichten auf Büttenpapier!

Sie können diese 20 Unikate mit Zugaben für nur 100,00 DM / Stück erwerben - nur solange der Vorrat reicht! (5 Unikate befinden sich noch in meinem Besitz! Sie können erworben werden.)

Ich wünsche Ihnen eine anregende Ausstellung. Auf jeden Fall danke ich Ihnen - SO ODER SO!

***

Presse- und sonstige Berichte

Die Neue Westfälische und die Espelkamper Zeitung berichteten. Die Berichte liegen mir nicht mehr vor.

Gerhard Pollheide
Künstler, Schriftsteller
Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller
Julius-Brecht-Straße 88, 32312 Lübbecke
Telefon 05741/2723860
E-Mail:gerhard.pollheide@art-opus.de

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